Januar 2019

1. Kalenderwoche 2019

Die Tage kam Léon, als ich die Heunetze im Stall befüllte, ganz selbstverständlich in den Stall. Er hatte wohl vergessen, wie die Regel lautet:

Die Esel müssen so lange warten, bis ich mit dem Befüllen fertig bin und erst wenn ich die Freigabe in den Stall gebe, dürfen sie eintreten.

Als er den ersten Huf in den Stall setzte, rief ich laut "Hey!" Léon erschrak ein wenig und legte sofort den Rückwärtsgang ein und wartete wie immer geduldig mit Gismo, wie es sich gehört.

Auf mich wirkte es, als sei er im total Tran gewesen und hätte gar nicht mehr an die Regel gedacht, denn wenn er mich hätte austesten wollen, wäre er wohl nicht vor Schreck zusammengezuckt.


2. Kalenderwoche 2019

Früher habe ich die Winterwurmkur immer zu Nikolaus am 6. Dezember gegeben, denn diese sollte zeitnah zu den ersten Frostnächten verabreicht werden. Doch da sich das Wetter, bzw. Klima ja verändert hat und sich alles irgendwie um einen Monat verschoben hat, gibt es die Winterwurmkur nun immer im Januar.

Léon und Gismo haben sich auch gar nicht angestellt, als ich ihnen die bittere Paste ins Maul gedrückt hatte, doch anschließend haben sie tüchtig geschnaubt. Igitt, igitt. Ich kann das "Igitt" bestätigen, denn ich haben die Verschlusskappe mit den Zähnen abgezogen, da sie so fest saß und bin daher selber mit dem Geschmack konfrontiert worden.

Damit die Esel den widerlichen Geschmack dann schnell loswerden können, biete ich danach sofort die Schüssel mit Möhren, Äpfeln etc. an und sie nahmen auch direkt ein Maul davon. Aber als sie darauf herumkauten, spukten sie die leckeren Möhren gleich wieder aus und wollten von der Schüssel nichts mehr wissen. Das hatte ich bis dato noch nie gehabt. Diese Wurmkur muss demnach extrem furchtbar geschmeckt haben. Als wir wenig später das Raufutter verteilten, haben sie dieses aber anstandslos gefressen.

Während in Deutschland einige im Schnee versinken, haben wir nur Pudezuckerschnee vorzuweisen. Dabei wünsche ich mir doch endlich mal wieder richtigen Schnee.


3. Kalenderwoche 2019

Die Jungs haben ein großes Loch in eines der Heunetze gefressen. Nun ja, die Netze sind nunmal Verbrauchsgegenstände und sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Ich werde jetzt einmal eines mit etwas größerer Maschenweite bestellen, damit es nicht ganz so knifflig ist, das Raufutter da herauszuziehen.

Gismo hat neuerdings kleine Krusten an den Innenschenkeln. Sie lassen sich leicht mit ein wenig Kraulen lösen und er schmatzt dabei genüßlich mit den Lippen. Demnach scheint es ganz schön zu jucken. Er hört dann sogar mit dem Fressen auf. Léon hat auch ein paar Krusten, aber lange nicht so viele, wie sein wolliger Freund. Ich habe die beiden auf Parasiten untersucht, aber nichts gefunden. Meine Tierärztin glaubt, dass es eine Art Hautpilz ist, der sich bei dem nasskalten Wetter gerne im dicken Fell breit macht. Und ich denke, damit liegt sie richtig, denn auch mein Abraham, der wolligste meiner Esel, hat richtig viele juckende Krusten zwischen den Schenkeln.

Meine Tierärztin gab mir den Tipp Brottrunk auf die Innenschenklen zu reiben.



4. Kalenderwoche 2019

Inzwischen haben wir endlich Schnee, der durch die Kälte auch liegen bleibt.

Die Krusten an den Innenschenkeln sind Geschichte und es wird nun fast nur noch in den Stall gekackt - draußen ist es wohl zu eisig. Was mir auch ganz lieb ist, denn draußen frieren die Eselknödel am Boden fest.

Keine Schneemänner, sondern Schneeesel

 

Besuch hatten wir auch - eine Kundin mit ihrer Tochter, die schon lange unbedingt einmal unsere Esel "besichtigen" wollte und sich prompt in die Großen verguckt hat.

Das Hufeauskratzen an den hinteren Hufen, funktioniert inzwischen so zuverlässig, dass ich die Jungs nun wie meine eigenen Esel behandle. Sprich, ich wechsle beim Auskratzen hinten nicht mehr die Seite, sondern kratze beide Hufe von der rechten Seite her aus (bin Rechtshänderin). Das mache ich allerdings nur bei Eseln, denen ich vertraue und das ist nun in dem Punkt erreicht.

 

Auch das Training, den Jungs etwas auf den Rücken zu legen (Jacke, Decke usw.) habe ich wieder aufgenommen. Nachdem die Esel sich beim aufbauenden Training einmal sehr erschrocken hatten (siehe 31. August 2018), als ich ein Sattelpad auf den Rücken legte, hatte ich das Training dahingehend bewusst unterbrochen. Nun ist "Gras" über diese Erinnerung gewachsen und wir können bei Null starten.


5. Kalenderwoche 2019

Richtig viel Schnee haben wir inzwischen und demnächst soll auch noch Sonne dazu kommen. Was will man mehr?

Das "Rücken-leg-Training" lässt sich auch gut an. Während die Esel Heu frühstücken, lege ich ihnen immer wieder mal meine Jacke oder eine Decke auf den Rücken und fülle dabei den Wasserbottich auf oder miste den Stall. Sprich, ich bin immer in der Nähe.

Das schöne an dem Wetter ist, dass die Hufe nun immer blitzeblank sauber sind. Kein Hufe auskratzen, sondern nur ein inspizieren. Der Schnee tut den Hufen richtig gut und es ist wie eine kleine Kur für das Hornmaterial.

von der Webcam

Nach dem Frühstück wird in der Sonne gedöst.
Nach dem Frühstück wird in der Sonne gedöst.