Mai 2019

19. Kalenderwoche 2019

Gismo hat es für die kommende Ausgabe der Esel-Post (Ausgabe 125, Juni 2019) auf die Titelseite geschafft.

Eselwallach Gismo prüft die nervende Insekten(p)lage.
Eselwallach Gismo prüft die nervende Insekten(p)lage.

20. Kalenderwoche 2019

Am Abend, wenn ich noch Büroarbeit am Computer mache, schaue ich immer wieder gerne mal bei den Jungs über die Webcam in den Stall. Wenn ich dann weiterarbeite und die Bildoberfläche unter meinen anderen Seiten verschwindet, lasse ich aber zumindest den Ton an und höre dabei zu, wie Léon und Gismo in aller Seelenruhe ihr Raufutter kauen. Das ist ein so schön beruhigendes Geräusch, dass ich es oft sogar über Stunden im Hintergrund laufen lasse.

Ich habe mir schon überlegt, das Kauen aufzunehmen und als CD für autogenes Training anzubieten - ich glaube, dass ist echt 'ne Marktlücke *grins*.

Neulich hatte das Kauen sehr plötzlich aufgehört und ich habe sofort auf die Bildoberfläche der Webcam zurückgeschaltet, um nachzuschauen, warum die beiden verstummt sind. Ach, es war sooooo süß. Die Zwei standen vor dem Heunetz und kauten und dann haben sie sich plötzlich gegenseitig kurz das Fell gekrault, weil's wohl gejuckt hat und danach haben sie wieder mit vollen Backen weitergefuttert. Die sind so gute Freunde und es geht einem immer wieder das Herz auf, wenn man sowas sieht.

 

Unsere Bauarbeiten oder Umbauarbeiten auf dem Hof gehen nun bei dem schönen Wetter endlich wieder weiter. Wir haben uns einen Traktor geliehen, der uns viel "Schlepperei" abnimmt. Gismo hatte vor dem roten Trekker ein wenig Schiss, doch Léon fand ihn klasse und wenn Léon etwas klasse findet, kommt Gismo kurze Zeit später auch nochmal schauen, um das "Ding" genauer unter die Lupe nehmen zu können.


21. Kalenderwoche 2019

Léon hatte mich die Tage doch sehr überrascht. Ich habe, wie immer, die Hufpflege durchgeführt, doch diesmal war er dabei extrem nervös und zappelig. So zappelig, dass er es geschafft hatte, mir seinen rechten Hinterhuf aus der Hand zu schlagen.

Tags drauf steigerte sich das noch, indem er sogar vor mir wegging, als er den Hufkratzer nur sah. Ich blieb dran und habe ihm alle 4 Hufe zwar auskratzen können, aber er tat so, als wäre das alles vollkommen neu für ihn.

Am 3. Tag war das Glück nicht auf meiner Seite. Obwohl er diesmal sichtlich ruhiger war, wehte ausgerechnet in dem Moment, als ich am rechten Hinterhuf war, eine große Tüte in den Auslauf und Léon hat sich furchtbar erschrocken, mir den Huf auf der Hand gerissen und mich dabei beinahe zu Fall gebracht. Ich habe daraufhin die Tüte entsorgt und es mit Engelsgeduld geschafft, auch wieder den Hinterhuf aufzunehmen, aber diesmal hatte ich keinen guten Stand und geriet ein wenig ins Schwanken, was Léon direkt wieder zum Anlass nahm, sich aufzuregen. Damit das Ganze nicht eskaltiert, habe ich den Huf nur nochmal angehoben und nicht mehr weitergekratz.

Ich bin mir sicher, dass er keine Schmerzen hat, sondern sich diese Situation durch puberäterem Verhalten (austesten) und unglücklichen Umständen so hochgeschaukelt hat. Dennoch nicht ganz ungefährlich, wenn man nicht von einem Huf in den Bauch oder gegen das Knie getreten werden möchte.

Ich habe am 4. Tag daher die Hinterhufe bewusst einmal nicht ausgekratzt, um das Ganze etwas ruhen zu lassen.

 

Rückschläge einzustecken sind natürlich nicht schön, aber auch das bekommen wir wieder in den Griff, da bin ich mir ganz sicher.


22. Kalenderwoche 2019

Léon ist wieder ganz "normal" und gibt die letzten beide Tage alle 4 Hufe, als sei es nie anders gewesen. Habe keine Erklärung dafür, warum er so komisch wahr. Muss mich wohl damit abfinden, dass ich nicht immer alles verstehen kann, auch wenn ich es gerne möchte.

 

Nach und nach bearbeite ich das Fell mit dem Coat King und Léons Fell zeigt immer mehr kahle Stellen. Er sieht leider ein wenig wie ein gerupftes Huhn aus :-(.

 

Alle Esel - die beiden Jungs und meine vier Jungs - haben sehr schön mit einander gespielt. Vor allem Léon spielt gerne Nachlaufen, während meine Esel ihm immer wieder das Reifenspiel aufdrängen.

Als am Ende der Woche die Besitzerin der Jungs zu Besuch war, haben wir gemeinsam Spaziergänge mit den Eseln und ihrem Hund - ein weißer Schäferhundrüde, der wie ein Wolf aussieht - unternommen. Beide Esel haben den Hundespaziergang sehr schön gemeistert.

Während Gismo brav "bei Fuß" ging, hatte Léon hier und da mehr Schwung beim Gehen. Nun ja, er ist jung und groß und hat daher auch mehr "Hummeln im Hintern". Dennoch hat auch er seine Sache richtig klasse gemacht.