(TV) Tiere suchen ein Zuhause

Am Sonntag, den 29. August 2010 kam in der Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" ein ca. 6 min. Beitrag über Eselausbildung im WDR.


Der Esel gilt als Pferd des kleinen Mannes. Tatsache ist, dass Esel bei artgerechter Haltung nicht viel günstiger sind als Pferde und anders zu behandeln sind, damit sie sich wohlfühlen und lange leben.

Esel sind nicht störrisch - Eselstute Ursula mit Eseltrainerin Judith Schmidt

Esel sind eingeschränkte Fluchttiere

Anders als Pferde, die aus der Steppe kommen und sich durch schnelle Flucht aus der Gefahr zu retten versuchen, sind Esel eingeschränkte Fluchttiere, die aus der Steinwüste stammen. Beim Weglaufen könnten sie sich die Beine brechen. Ist ihnen etwas nicht geheuer, wägen sie ab, ob es für sie besser ist, wegzulaufen, stehen zu bleiben, ein Hindernis zu umgehen oder sich zu verteidigen. Der Esel ist also nicht stur, sondern vorsichtig und braucht Zeit, die Lage einzuschätzen.

Der Esel zieht, nicht der Mensch

Esel entscheiden selbst, was zu tun ist
Esel entscheiden selbst, was zu tun ist

Anders als Pferde folgen erwachsene Esel nicht einer Leitstute, respektive dem Menschen, sondern entscheiden selbst, was zu tun ist. Einen Esel in die gewünschte Richtung ziehen zu wollen, ist ein unsinniges Unterfangen. Will er nicht weitergehen, ist es sinn- voll, den Esel ziehen zu lassen, die Spannung des Stricks dann zu lösen und ihn verbal zu loben, wenn er nicht

                                                    mehr zieht.

Ein Esel ist kein Rasenmäher

In der Steinwüste sind Esel etwa 16 Stunden am Tag mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Auf einer grünen Wiese gehalten, werden sie dick und krank. Sie brauchen eine karge Weide und viel gutes Heu. Falsche Ernährung ist der Grund dafür, dass Esel hierzulande durchschnittlich nur 20 Jahre alt werden, obwohl sie eine Lebenserwartung von 40 Jahren haben.

Esel gehen nicht gern durch Wasser
Esel gehen nicht gern durch Wasser

Weibliche Esel leben in Verbänden – allein gehalten, langweilen sie sich. Besonders im Winter, wenn Regen und Kälte zu längerem Stillstehen zwingen, sollten Esel beschäftigt werden, zum Beispiel mit Wanderungen oder dem Ein- üben von Kunststücken. Mit Leckerlis sollte man Esel dabei nicht bestechen, weil sie nicht lernen sollten, die Hand mit Futter

                                                          in Verbindung zu bringen.

Esel müssen vor Regen geschützt werden

Sie brauchen einen Unterstand, denn ihr Fell ist nicht wasserabweisend.

Esel sind eingeschränkt belastbar

Sie sollten nur ein Fünftel ihres Körpergewichtes tragen, weil sonst die Wirbelsäule Schaden nimmt.

Esel brauchen spezielles Zubehör

Zubehör für Pferde, wie zum Beispiel Halfter oder Packsattel, ist für Esel oft nicht geeignet. Einige Anbieter im Internet bieten Zubehör für Esel an. Es ist nicht unbedingt teurer als das fürs Pferd, selbst wenn es nach Maß angefertigt wird.

Esel sind wehrhaft

Anders als Pferde, die eher in Panik ausschlagen, treten Esel einen vermeintlichen oder tatsächlichen Angreifer gezielt und treffen dann auch.