TRAININGSPHILOSOPHIE

Beziehung als stärkster Verstärker

Mein Training folgt keinem Trend und keiner Mode.

Es begleitet mich seit meinen ersten eigenen Eseln in den 1990er Jahren.

Sie ist durch tägliches Beobachten, Hinterfragen, Ausprobieren und die Bereitschaft,

immer wieder dazuzulernen, gewachsen.

Denn auch heute lerne ich bei jedem Seminar – von meinen Tieren,

von meinen Teilnehmern und aus jeder neuen Situation.

Ich arbeite nicht gegen bestimmte Methoden.

Ich arbeite für eine bestimmte Art von Beziehung.

Mein Ziel ist nicht, dass ein Esel für mich arbeitet.
Mein Ziel ist, dass er gerne mit mir zusammenarbeitet.

Deshalb steht für mich nicht die Übung im Mittelpunkt,

sondern die Beziehung, aus der sie entsteht.

Vertrauen lässt sich nicht erzwingen.

Man kann nur Bedingungen schaffen, unter denen es wachsen kann.

Respekt beginnt dort, wo ich erkenne, wie viel Nähe mein Gegenüber gerade zulassen möchte.

 

Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass ein Esel bleiben muss. Vertrauen entsteht dadurch, dass er gehen dürfte

und sich trotzdem entscheidet zu bleiben.

Die Beziehung ist mein stärkster Verstärker

Ich arbeite überwiegend mit sozialen Verstärkern.

  • Ein freundliches Wort.
  • Eine ruhige Stimme.
  • Eine Berührung.
  • Eine Massage.
  • Gemeinsame Zeit.
  • Meine Aufmerksamkeit.

All das besitzt für Esel einen hohen Wert.

Ich möchte, dass meine Anwesenheit selbst etwas Positives wird.

Deshalb verzichte ich bewusst auf Futterbelohnungen im Training. Nicht, weil ich andere Wege grundsätzlich ablehne, sondern weil ich über Jahrzehnte die Erfahrung gemacht habe, dass soziale Verstärker besser zu der Beziehung passen, die ich mit meinen Eseln aufbauen möchte.

Ich wünsche mir eine Zusammenarbeit, die nicht auf der Erwartung einer Gegenleistung beruht, sondern auf Vertrauen, Verständnis und freiwilliger Kooperation.


Im Oktober 2013 mit 2 Kameras gefilmt ...

Der 6-jährige Eselwallach Ephraim lernt das Schwungtuch

im wahrsten Sinne des Wortes von allen Seiten kennen.

Orientierung statt Druck

Esel brauchen Orientierung.

  • Klare Regeln.
  • Verlässlichkeit.
  • Konsequenz.

Nicht jede Konsequenz ist Druck.

Eine Grenze darf deutlich sein, sollte die Beziehung aber niemals belasten.

Konsequenzen sollen Verhalten verändern und nicht die Beziehung belasten.

Deshalb reagiere ich unmittelbar, klar und nachvollziehbar. Und genauso wichtig: Ich bin niemals nachtragend. Nach einer Grenze beginnt wieder die normale Beziehung.


Jeder Esel ist einzigartig

Es gibt keinen Standardesel. Jeder Esel bringt seine eigene Persönlichkeit, seine Erfahrungen, seine Talente und seine Grenzen mit. Deshalb beobachte ich genau.

  • Nicht jeder Esel muss alles können.
  • Nicht jeder Esel muss Therapietier werden.

Ich sehe meine Aufgabe darin, das einzelne Tier zu verstehen und seine Stärken zu fördern, statt es in eine vorgefertigte Form zu pressen.

Lernen beginnt mit Verstehen

Esel lernen immer. Die Frage ist nur, was sie gerade lernen.

Deshalb achte ich nicht nur auf das Verhalten, sondern vor allem auf die Erfahrungen, die ein Esel macht.

Denn Erfahrungen verändern Gefühle. Und Gefühle prägen Verhalten.

Oft beginnt gutes Training deshalb nicht mit Üben, sondern mit Vertrauen.


Dolmetscher zwischen Mensch und Esel

In meinen Kursen vermittle ich nicht nur Übungen. Ich helfe Menschen dabei, ihre Esel besser zu verstehen. Ich mache auf feine Signale aufmerksam, erkläre Körpersprache und zeige, wie kleine Veränderungen in der eigenen Haltung große Veränderungen im Verhalten des Esels bewirken können.

Die sauberste Sprache nützt wenig, wenn die Körpersprache etwas anderes erzählt.

Mein Ziel ist eine Zusammenarbeit, die von gegenseitigem Respekt, Klarheit und Vertrauen geprägt ist.

Esel-Akrobatik im Duett

Ich wünsche mir keinen Esel, der mitarbeitet

weil er auf eine Gegenleistung hofft.

Ich wünsche mir einen Esel, der mitarbeitet,

weil er sich sicher fühlt, verstanden wird und Vertrauen entwickelt hat.