Januar 2024

Den Jahreswechsel, bzw. die Silvesterknallerei haben wir alle gut überstanden. Obwohl es geregnet hatte, ließen sich die Dörfler nicht davon beeindrucken und haben mächtigt Feuerwerk blitzen lassen.

Es hat zwar geschneit, doch wir hatten Plus-Temperaturen und keinen Wind ... und schwupps hatte Gismo die schönsten Eiszapfen.

Schreck in der Morgenstunde. Ein Wolf oder mehrere Wölfe, haben nur 200 m von uns entfernt 3 Schafe gerissen. Eine Freundin, die früh morgens mit ihrem Hund spazieren war, hatte es mir sofort gemailt.

Umgehend habe ich unseren Stromzaun komplett durchgecheckt und da ist mächtig "Wumms" drauf. Aber wirklich sicher fühle ich mich dennoch nicht. Manche Wölfe überspringen ja auch Zäune. Und was dann?

Ich liebe alle Tiere, so auch Wölfe und fühle mich hin- und hergerissen. Natürlich möchte ich nicht, dass unsere Tiere den Wölfen zum Opfer fallen.

Und was mache ich, wenn ich den Wolf dabei überrasche, dass er in unser Gehege eingedrungen ist und vielleicht schon an einem Tier hängt? Mische ich mich ein? Und wenn ja, wie? Werde ich laut, benutze ich CS Gas, soll ich mich mit einem Messer bewaffnen? Ein Bauer riet mir, eine Mistgabel immer griffbereit zu haben, damit ich den Wolf auf Abstand halten kann. So oder so hoffe ich, nie in eine solche Situation zu geraten.

 

Heute Nacht hat Gismo um 04:19 Uhr iaht. Ich stand wie eine Eins im Bett, denn um diese Uhrzeit ruft er sonst nie. Ich bin sofort ans Fenster gerannt und habe es aufgerissen, damit ich mich weit genug herauslehnen konnte, um alles genau sehen zu können. Doch es war blinder Alarm. Am Dorfgemeinschaftshaus hatten sich lediglich ein paar Kids getroffen und laut gute Nacht untereinander gewünscht und sind dann in ihre Autos eingestiegen. Das konnte Gismo natürlich nicht umkommentiert lassen. Guter Junge.

Dennoch schlug mir das Herz bis zum Hals, als ich wieder unter die warme Bettdecke schlüpfte.

Habe inzwischen mehr Infos über den Wolf. Es ist ein einzelner Wolf, der Schafe angegriffen hatte, die extrem schlecht eingezäunt waren.

Endlich mein absolutes Lieblingswetter ... Schnee mit Sonnenschein. Auch die Esel haben das Sonnenbad genossen.

Februar 2024

So, nun haben Léon und Gismo auch ihr "Abzeichen" erhalten. Die Esel, die bei uns die Basisausbildung, Medical-Training, Trekking, Anhängerfahrten ... erfolgreich absolviert haben, bekommen auf unserem Hof das schöne Muster in den Schwanz geschnitten. Und die Jungs haben es sich redlich verdient und gehören nun eindeutig auch in diese Liga.

März 2024

Esel kuscheln ... diese nette Familie hat die Jungs auf "hochglanz" gepflegt. Alle haben es sichtlich genossen. Gismo und Léon waren vor allem von diesem kleinen Menschenkind sehr angetan und haben sanft Kontakt aufgenommen.

April 2024

Über die Ostertage fand wieder das 3-tägige Seminar "Esel in tiergestützten Interventionen" bei uns auf dem Hof statt. 13 wissbegierige Teilnehmer nahmen daran teil.

Gregors Vater, der mittlerweile 83 Jahre alt ist, hatte uns überraschend besucht. Er ist Biologe und Geologe und hatte eine Tour durch Belgien gemacht, bei der er Steinbrüche abfuhr und nach Fossilien suchte. Er hatte geplant ausnahmslos im Auto (Mietwagen Opel Corsa) zu übernachten, was er auch 4 Nächte gemacht hatte, doch dann wurde es nachts so kalt, dass er plötzlich bei uns vor der Tür stand. So hat er die letzten Tage seiner Reise bei uns Quartier bezogen. Vater und Sohn, die sich lange (Corona und und und) nicht mehr gesehen hatten, haben eine schöne Zeit mit tiefgreifenden und lustigen Gesprächen miteinander verbracht.

Eselwander- und Packsattelkunde stand am Wochenende auf dem Programm.

Die Teilnehmer, die zum Teil eine wirklich weite Anreise hatten (Dresden, Grenze zu Polen ...) hatten schon in der ersten Stunde ihr Herz an die Großen verloren.

Und wie das im April immer so ist, wir hatten Wetter ohne Ende - schönsten Sonnenschein, Wind, Regen und auch Schnee.

Mai 2024

Der 1. Block des Esel-Trainers hat begonnen und die Teilnehmer lernen die großen Jungs kennen. Wir sind diesmal eine reine Frauengruppe. Kein Quotenmann dabei. Hatte ich noch nie.

Im 3. Modul PFLEGE wurde u.a. das Fell - die Jungs haben gerade mit dem Fellwechsel begonnen - und die Hufpflege thematisiert. Léon habe ich bei der Hufpflege als Demo-Esel benutzt und er hat sich vorbildlich präsentiert. Als wäre es nie anders gewesen, hat er nicht nur brav, sondern auch sehr geduldig die Hufe gegeben, denn es wurden dabei viele Fragen gestellt, die beantwortet werden wollten.

Im 4. Modul ANATOMIE wurde der gesamte Körper und die Gliedmaßenstellungen aller Esel begutachtet. Denn nur, wenn ich richtig einschätzen kann, ob ein Esel leistungsfähig ist, kann ich auch zielorientiert mit ihm trainieren. Hier wurde also der Blick dahingehend geschärft.

Im 6. Modul stand die BODENARBEIT auf dem Programm. Auf dem Hindernisparcours wurde fleißig einiges ausprobiert.

Nach dem 7. Modul MEDICALTRAINING, fand die Zwischenprüfung in Theorie und Praxis statt. Alle haben bestanden und ich freue mich schon, die Mädelstruppe zum 2. Block im Herbst wiederzusehen.

Juni 2024

Der Elefant im Porzellanladen??? Bei weitem nicht!!!

 

Léon hat sich gazellengleich im Seminarraum bewegt. Geschmeidig, wie eine Katze, hat er sich um die Tische führen lassen, ohne dass auch nur etwas angestoßen wurde.

Auch wenn es noch so eng ist, Léon kriegt die Kurven, ohne etwas um- oder anzustoßen.
Auch wenn es noch so eng ist, Léon kriegt die Kurven, ohne etwas um- oder anzustoßen.

heute: Lebensfreude pur

Das Reifenspiel wird durch das Nachlaufenspiel ersetzt ...

Nachlaufen auf der Weide ...

Und Kräfte messen, austreten, gewinnen ... immer wieder erstaunlich, dass die Esel sich dabei nicht ernsthaft verletzen.

Verschiedene Gangarten und Sprints ...

Zahnkontrolle

Pferdedentistin Jutta Biermann kommt ja 2x im Jahr, weil unser Zwergesel Samuel, der nun 24 Jahre alt ist, einen Backenzahn weniger hat und regelmäßiger kontrolliert werden muss. Ja und wenn sie schon einmal da ist, werden natürlich auch alle anderen inspiziert.

 

Da ich mit dem Gedanken spiele, mir in naher Zukunft selbst ein Maulgatter zuzulegen, um zwischendurch immer wieder mal die Beißerchen besser begutachten zu können, hat mich diesmal Jutta Bierman eingearbeitet. Gewissenhaft hat sie mir erklärt, wie man das Maulgatter anziehen sollte, damit es für das Tier nicht unangehem ist und wie genau ich es greifen muss, damit es mir im ungünstigestn Fall, z.B. bei einem Kopfrucken, nicht um die Ohren fliegt. Hörte sich alles viel einfacher an, als es war. Doch die Esel waren sooo geduldig mit mir.

Heute noch einmal Esel-kuscheln mit Mutter und Tochter, die bereits im November letzten Jahres hier waren. Die Tochter hatte sich sooo in unseren Abraham verliebt und wollte auch gerne eine kleine Spaziergehrunde mit ihm machen. Gesagt getan ... hier ein paar Schnappschüsse, die Mutter und ich gemacht haben.